sprainTV, der wöchentliche rasante Blick auf das Schweizer Internetgeschehen ist eine humorvolle Web-Show, welche in der Blogger- und Twitterwelt rasch viele Fans gefunden hat. In einer vierteiligen Making-Of-Serie verteilt auf vier Blogs gibt Manuel Reinhard, Moderator von sprainTV, als Gastautor einen Einblick in alles, was sich hinter der Produktion einer Ausgabe von sprainTV verbirgt.
Was bisher geschah:
Making Of, Teil 1: Vorbereitung und Konzept, erschienen bei netzwertig.com
Making Of, Teil 2 – Aufnahme
Die Aufnahme einer WebShow ist ohne Zweifel der Teil der Produktion, der am meisten Spass macht. Und «Welche Kamera verwendet ihr denn für sprainTV?» ist wohl die meistgestellte Frage an uns. Die Antwort gibts hier und jetzt. Und wahrscheinlich werdet ihr alle erstaunt sein.
1. Video-Aufnahmen und deren Bearbeitung
sprainTV kommt bewusst nicht hochproduziert daher, sondern wird mit technischen Mitteln hergestellt werden, die sich jeder Blogger oder sonst technisch interessierte Mensch problemlos besorgen kann.
Als Kamera verwenden wir daher einen Allrounder, die Sony DSC-HX1. Genau, ganz einfach eine Fotokamera. Damit können wir nicht nur Aufnahmen für sprainTV in HD-Qualität machen, sondern unterwegs zum Drehort mit der Schwenkpanorama-Funktion tolle Bilder schiessen.
Die eigentlichen Aufnahmen erstellen wir im Ein-Mann-Betrieb, ausgerüstet mit Kamera und Stativ. Dabei ist es auch erlaubt, die Kamera einfach mal am Stativ in der Hand zu halten, um Moderationen in Nahaufnahme zu filmen.
Um effizient zu arbeiten, wird jede Szene ohne Unterbruch und ohne Ausschalten der Kamera so oft wiederholt, bis die Aufnahme sitzt. Da die Textbrocken kurz gehalten werden klappt dies mit etwas übung spätestens beim dritten Mal. Mehr Vorsicht ist geboten bei Hintergrundlärm. Im Alltag achtet man sich selten auf die Geräusche einer Baustelle, des Mofas des Postboten oder eines vorbeiziehenden Flugzeugs. Auf einer Aufnahme fallen solche Dinge aber als Störfaktore auf und sollten daher vermieden werden. So kann es durchaus vorkommen, dass die perfekte Ansage vom Motor eines Autos zunichte gemacht wird.
Zur Aufnahme des Audio-Tracks gibts zwei Varianten: Ganz einfach gehts über das interne Mikrofon der Kamera. Es lohnt sich jedoch, die Audiospur dann noch zu optimieren. Die Aufnahme ist deutlich angenehmer anzuhören, wenn das Grundrauschen verringert wird und die Zwischenmoderationen in Mono vorliegen anstatt in Stereo, wie von der Kamera aufgenommen.
Zu diesem Zweck öffnen wir die einzelnen Filmsequenzen in GarageBand. Dort haben wir uns mit ein wenig Tüfteln ein eigenes “Instrument” erstellt, welches die unerwünschten Rausch-Frequenzen ausfiltert. Dieses Instrument wenden wir auf die Audiospur der Videoaufnahme an.
Danach die Aufnahme wieder auf die Festplatte exportieren und dabei unter “eigenen Einstellungen” bei den Audio-Optionen von Stereo auf Mono wechseln.
Alternativ kann die Audiospur auch separat aufgenommen werden. Dazu kann ein einfaches digitales Diktiergerät mit externem Ansteckmikrofon verwendet werden, z.B. ein VoiceTracer von Philips.
Dadurch ergibt sich aber eine neues Problem, welches gelöst werden muss: Bild und Ton kommen von zwei verschiedenen Quellen und müssen abgeglichen werden. Dazu gibts aber einen einfachen Trick: die Filmklappe. Damit können Bild und Ton sehr einfach abgeglich werden. Und… eine solche Klappe hast du sowieso schon dabei! Einfach in die Hände klatschen reicht. Später kannst du das Bild mit deinem Klatschen und das Klatschgeräusch mit wenigen Klicks aufeinander abstimmen – und schon stimmen Ton und Bild perfekt überein. In Ausgabe 11 von sprainTV haben wir dies genauso gemacht.
2. Audio-Aufnahmen und deren Bearbeitung
Sind die Moderationsszenen bereit, gilt es nun noch die Texte für die einzelnen Beiträge aufzunehmen. Auch dafür setzen wir ein, was bereits vorhanden ist: das interne Mikrofon des MacBook Pro. Als Software zur Aufnahme verwenden wir wiederum GarageBand.
Wir erstellen eine neue Spur für natürliche Instrumente, wobei wir als “Instrument” den “Male Narrator” unter “Podcasting” wählen. Dann nehmen wir alle Texte am Stück auf. Bei einem Versprecher beginnen wir mit dem Abschnitt einfach wieder von vorne, ohne die Aufnahme zu unterbrechen – auch hier wieder, um die Effizienz zu steigern.
Bei der Audio-Aufnahme lohnt es sich, darauf zu achten, wo man diese erstellt. Der Feind heisst dabei Hall. Es gibt Räume, die mehr und solche die weniger Hall erzeugen. Nachfolgend ein Beispiel, das den Unterschied demonstriert:
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Ist die Aufnahme im Kasten, exportieren wir die Datei auf die Festplatte und öffnen sie in Audacity. Dort führen wir den Berner-Trick aus: Gesamten Track markieren > Effekt > Tempo ändern > Geschwindigkeit um 8 bis 10 Prozent erhöhen. Und schon tönt auch ein Berner fast wie ein Zürcher.
Anschliessend zerschnippseln wir die Aufnahme und speichern jeden Beitragsteil einzeln ab zur späteren Verwendung beim Zusammenschneiden der Sendung.
3. Ab zum Schnitt!
Cool, die Aufnahmen sind im Kasten! Dann gehts weiter zum Schnitt. Was alles dahintersteckt verraten wir am Dienstag, 8. Dezember beim BloggingTom.
[Gastbeitrag von Manuel @sprain Reinhard, !flabs - das Ideenlabor]




















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Läck, das klingt aber nach Arbeit. Wäre zum Schluss mal gespannt, wie lange du für eine ganze Folge von A bis Upload hast. Der Berner-zu-Zürcher-Trick ist ja lustig. :-)
Ich schliesse mich der Frage (“A bis Upload”) an! Kommt ja vielleicht im Review der 4-teiligen Making-Of-Serie: F&A zu sprainTV Making Of (*mitzaunpfahlwink*)
A bis Upload… ach, dann müsst ich euch ja schon wieder enttäuschen, wie schon dass da keine superfancy Kamera mit im Spiel ist. Mal guckn, lasst mir als Berner noch etwas Zeit. :)
Nicht enttäuschen, sondern noch mehr ermutigen, es einfach auch mal zu versuchen. Das wäre dann … äähhh … nennen wir’s doch einfach “Web 2.0″.
Toller Bericht! Sehr interessant!
Aber wenn die Kamera schon HD fähig ist. Wieso landen dann die Videos auf Vimeo nicht auch im HD Format?
@kuschti
Vimeo zeigt die HD-Funktion erst an wenn das hochgeladene Video mindestens 1280 Pixel breit ist. Wir exportieren meist in 960 Pixel. Geht viel schneller und braucht nur etwa einen Drittel des Speicherplatz, was natürlich im Upload dann auch viel rascher geht.
Willst du mich wirklich in HD anschauen müssen? :)
Bei YouTube gibts das Video in HQ (High Quality) grösser als bei Vimeo:
http://www.youtube.com/watch?v=V6RLj58jkLQ
Youtube codiert einfach irgendwie schlechter. Sehe mir die Videos immer auf vimeo an.
Und wenn man schon heutzutage so schöne 24″ Bildschirme hat, kann man Videos ja auch grösser und in FullHD anschauen. ;)
Ich würde es sicher verkraften, jeweils die 2-3 Minuten dich in HD anzuschauen. Von Angesicht zu Angesicht lässt sich das ja auch nicht vermeiden :)