Väter als Teilzeit-Manager

In der heutigen Ausgabe von CASH geht die Journalistin Manuela Specker in zwei Artikeln („Väter sind die besseren Manager“ und „Teilzeit im Namen des Vaters“) der Frage nach, ob Väter die besseren Manager seien und ob sich Management und Teilzeit miteinander verbinden liessen. Sie stützt sich im Artikel unter anderem ab auf einer Studie der amerikanischen Clark University und auf Datenmaterial des Schweizerischen Bundesamts für Statistik. Doppelrolle Vater & Chef Kinder grossziehen bringt mehr als jedes Leadership-Seminar. dass Vorgesetzte mit Kindern effizienter sind. So schätzen Väter als Chefs die Fähigkeiten anderer Mitarbeiter besser ein, sie sind stressresistenter, geduldiger, können besser mit Konflikten umgehen und Kompromisse finden. dass ‚Kinder Manager sozial kompetenter machen‘ Die Gemeinsamkeiten der Aufgaben „Kinder erziehen“ und „Mitarbeiter führen“ sind nicht von der Hand zu weisen. Zumindest dann nicht, wenn man(n) sich in beiden Rollen an Maximen wie „Entwicklungsmöglichkeiten bieten“, „Lernfelder schaffen“ und „Entscheidungs- und Handlungsspielräume gewähren“ orientiert. Ob Führungskräfte allerdings durch ihre Vaterrolle stressresistenter, geduldiger, konflikt- und kompromissfähiger werden (ist das nicht eher eine Frage des Älterwerdens?) und ihre Effizienz besser wird (sollten Manager nicht effektiver statt effizienter sein?) – da bin ich mir nicht so sicher. Dass die Sozialkompetenz durch das (aktive)...

Schweizer Arbeitsmarkt weiter im Aufschwung

Der Aufschwung auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hat auch im vierten Quartal 2006 angehalten und dem Beschäftigungswachstum zur höchsten Zunahme seit fünf Jahren verholfen. Die Zahl der Beschäftigten stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,6 Prozent auf 3,7 Millionen. … berichtet die NZZ Online. Die Medienmitteilung des Bundesamtes für Statistik liefert noch detailliertere Informationen: Höchstes Beschäftigungswachstum seit fünf Jahren (pdf) Die wesentlichen Elemente: Beschäftigte nach Wirtschaftssektor und -abteilung: Starke Expansion im sekundären Sektor (inbesondere in der Industrie) Beschäftigte nach Grossregionen: Deutliches Wachstum im ganzen Land Beschäftigungsentwicklung: Erfreuliche Aussichten für alle Branchen und Regionen Meine Erfahrung im Alltag des Jobmarktes bestätigt diesen Trend eindeutig: seit Herbst 2006 stellen wir genau diese Tendenz fest. Auf der einen Seite haben Unternehmen wieder vermehrt Mühe, Stellen mit geeigneten Personen besetzen zu können. Auf der anderen Seite sind wieder mehr Arbeitnehmer „auf dem Markt“ und sind sich ihrer verbesserten Wahlmöglichkeit durchaus bewusst. Und ein weiteres Anzeichen, dass sich die Lage verändert bzw. verschärft hat: die Medien sprechen schon wieder vom „War for talents“ (ein fürchterlicher Begriff)....

Deutsche in der Schweiz: heim ins Reich?

Soeben habe ich einen Artikel im deutschen manager-magazin.de gelesen: Geht doch heim ins Reich Wer mit dem Gedanken spielt, in die Schweiz auszuwandern, sollte nicht davon ausgehen, willkommen zu sein. Deutsche sind dort viel weniger beliebt, als sie selbst glauben. Denn die Einwanderer rivalisieren mit den Schweizern um die besten Jobs. Unterdessen haben die Eidgenossen Angst vor der „Neuen deutschen Welle“. Ich schätze die Artikel im manager-magazin.de sehr. Normalerweise. Aber dieser hier ist m.E. nun wirklich „unter aller Sau“, weil er sehr vereinfacht bzw. nur einzelne (tendenziös ausgewählte) Stimmen aufgreift: 2 Studenten der Uni St. Gallen hätten Mühe gehabt, Kontakt zu Schweizer Mitstudenten zu knüpfen 1 Austausch-Journalistin hätte eine Schimpftirade eines Tierarztes erlebt und dabei persönlichen Ausländerhass erlebt „die Schweizer Tageszeitungen“ (alle?) hätten im Sommer die Einwanderungsstatistik mit „Einmarsch der Deutschen“ oder „Deutsche lieben unsere Jobs“ kommentiert Mir geht es nicht darum, ob die beiden Studenten in St. Gallen selbst zur Ablehnung beigetragen haben (alles hat ja bekanntlich immer zwei Seiten), die Journalistin an einen Ausländerhasser geraten ist (ja, die gibt es auch in der Schweiz) oder die Schlagzeilen in den Zeitungen (vermutlich in der mit den grossen Buchstaben) geschickt gewählt sind. Ich finde die sehr einseitige und reisserische...

Beschäftigungssituation in der Schweiz

In einer heute veröffentlichten Medienmitteilung erklärt das Bundesamt für Statistik die Entwicklung der Beschäftigungssituation in der Schweiz 2001 bis 2005. Die wesentlichen Punkte: Beschäftigung im Vergleich zu 2001 stabil (+ 0,7%) Verlagerung in die Dienstleistungen (Industrie und Gewerbe minus 3,6%, Dienstleistungssektor + 2,4%) Rückgang der Vollzeitbeschäftigung, markante Zunahme der Teilzeitbeschäftigten (rund ein Drittel der 3,7 Mio. Beschäftigten arbeiten in einem Teilzeitengagement) höchstes Wachstum in der Genferseeregion (+20 100 Arbeitsplätze),und in der Zentralschweiz (+ 10 600); Region Zürich: – 17 900 Arbeitsplätze Stabile Grössenverhältnisse bei den marktwirtschaftlichen Unternehmen (99,7% sind KMU mit weniger als 250 Arbeitsstellen) zur Medienmitteilung (pdf)...

Es fehlen 5500 Lehrstellen

Im August beginnt das neue Lehrjahr. Noch haben viele Jugendliche keinen Lehrvertrag. Dies obwohl zahlreiche Firmen neue Stellen geschaffen haben und sich die Lernenden für die Betriebe rechnen. Ein interessanter Artikel ist heute in der NZZ am Sonntag (bzw. bei NZZ Online) zu lesen: Kampf um Lehrstellen Die Fakten im Ãœberblick: 21 000 Jugendliche hatten Mitte April noch keinen Lehrvertrag; offen waren aber nur noch 17 000 Lehrstellen. Ergo: nicht alle werden eine Lehrstelle finden. Die Jugendlichen sind zwar flexibler geworden, was nicht nur positiv ist: Sie wählen häufiger Berufe oder Firmen, die ihnen nicht entsprechen. Dadurch kommt es später eher zur Auflösung des Lehrvertrags. Das KV, kreative Berufe, Elektromonteur und Berufe im Verkauf sind nach wie vor hoch im Kurs. Lehren im Gastgewerbe, auf dem Bau, in einzelnen technischen Berufen und Lehrstellen in der Chemie-/Pharmabranche sind weniger gefragt; dort bleiben öfters Lehrstellen unbesetzt. Ab 2008 wird sich die Situation gemäss dem Bundesamt für Statistik leicht entspannen: auf diesen Zeitpunkt wird ein leichter Rückgang der Schulabgänge vorhergesagt. Die KMUs sind nach wie vor die entscheidenden Unternehmen: im Vergleich zur Gesamtzahl der Mitarbeitenden bieten Sie 8.7% Lehrstellen an, Grossunternehmen nur 3.7%. Keine Regel ohne Ausnahme: ABB, Holcim, Givaudan, Coop, SBB...