Lesen ist Fernsehen im Kopf

Ania Dornheim, eine hervorragende, professionelle Texterin, berichtet in ihrem Blog Schreiben im Beruf aus ihrem Alltag:

In fast allen Texte, die wir überarbeiten durften, wimmelte es im Original nur so von negativen Aussagen und Verneinungen. Drei Beispiele:

  • Bei uns Mitglied zu werden ist gar nicht dumm …
  • Sie müssen nicht länger warten ….
  • Das Versenden der Unterlagen erfolgt nicht vor Donnerstag

Lesen ist Fernsehen im Kopf! Doch welche Bilder entstehen beim Lesen dieser Sätze?

Richtig: Der Leser stellt sich einen dummen Menschen vor, denkt an lange Warteschlange oder an verstaubte Unterlagen auf dem Schreibtisch. Der Grund: Das „nicht“ verschwindet beim bildhaften Lesen. Ãœbrig bleibt nur die negative Aussage. Formulieren Sie deshalb wenn möglich positiv:

  • Clever ist, wer bei uns Mitglied wird
  • Schon bald liegt Ihnen … vor
  • Wir versenden die Unterlagen am Donnerstag

Das gilt, notabene, auch fürs Sprechen und Denken!

2 Comments

  1. Stefan Bucher
    6. September 2005

    Das „Schreiben im Beruf“-Blog kommt in meinen Feed-Reader. Danke für den Tipp.

    Antworten
  2. Marcel Widmer
    6. September 2005

    Gern geschehen. Der Dank gehört aber Ania, der ich den Kommentar gerne weitergegeben habe!

    Antworten

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