Was ein Coach alles sein soll

Heute schreibt Dr. Gisela Bolbrügge im Wachstumsblog (genau, das Blog, in dem leider keine Kommentare auf die Beiträge zugelassen sind):

„Wenn Du mich zart und sanft berührst,
wenn Du mich anschaust und mir zulächelst
wenn Du mir manchmal zuhörst, bevor Du redest,
werde ich wachsen, wirklich wachsen“
Dieser Vers ist von Bradley, 9 Jahre alt, und spiegelt für mich ein wundervolle Einstellung wieder, die ein Coach haben sollte…

Aus meiner Praxis, weiss ich nur zu gut, welche Erwartung, Hoffnungen und Fantasien damit verknüpft sind, was ein Coach ist, tut und kann (siehe auch Coaching – das Wundermittel im Job-Alltag?). Mal vermutet man, ich sei Psychologe oder gar Psychotherapeut. Oder Einflüsterer oder Besserwisser. Bin ich alles nicht. Ich bin Coach.

Dass ich – nach obigem Vers – meine Klienten auch noch zart und sanft berühren und ihnen einfach zulächeln soll, das ist ja wirklich neu. Und unsinnig. Denn eine vernünftige Distanz zum Klienten (die man auf keinen Fall mit Gleichgültigkeit oder Desinteresse verwechseln darf) ist mit entscheidend: nur wenn ich es schaffe, mich emotional nicht zu tief in die Geschichte des Klienten hinein zu begeben, kann ich die nötige Distanz wahren. Und die unabdingbare Sicht von aussen, mit der ich erreichen kann, dass der Klient wachsen, wirklich wachsen kann – in diesem Punkt bin ich mit Bradleys Vers 100%ig einverstanden.

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