Ungeduld und andere Schwächen

Vielleicht kennen Sie die Interviews auf der Fronseite von NZZ Executive: verschiedene Persönlichkeiten beantworten ein Standardset von Fragen – eine davon beschäftigt sich mit dem grössten, persönlichen Laster.

Robert Stark (Stark Content Blog – Danke für die Anregung!) ist aufgefallen, dass viele der Befragten die gleiche Antwort geben: „Ungeduld“.

Die Ungeduld als Schwäche? Raffiniert, raffiniert!

Wenn Sie sich mit der Rekrutierung von Mitarbeitenden beschäftigen, werden Sie das gleiche aus Vorstellungsgesprächen kennen. Auf Ihre Aufforderung – „Erzählen Sie doch mal von Ihren Schwächen … “ – antwortet der Kandidat (mit einem angedeuteten Schulterzucken): „Meine Schwäche ist wirklich die Ungeduld!“ – und lehnt sich souverän zurück. (Auf das Problem, das Sie sich einhandeln, wenn Sie hier nicht rigoros nachhaken, gehe ich hier nicht ein.)

Hier stellt sich die Frage, wie wir im Alltag (beruflich, privat etc.) mit Schwächen umgehen.

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Networking-Community für Business-Frauen

Über die Statistik des JobBlog habe ich femity.net entdeckt, eine Networking-Community für berufstätige Frauen aller Branchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (aktuell 8 450 Mitglieder!).

femity ist ein Netzwerk mit großem Umfang und hoher Reichweite. Täglich kommunizieren hier mehr als Tausend Mitglieder mit sehr unterschiedlichen beruflichen Schwerpunkten und Hintergründen. Wir legen höchsten Wert auf ein gepflegtes, konstruktives und niveauvolles Kommunikationsverhalten, so wie es auch auf einem Kongress oder auf einem Netzwerktreffen üblich ist.

Das Angebot ist riesig: 17 Foren zu sehr vielfältigen Themen (von A wie Arbeiten international über K wie Karriereplanung bis W wie Wirtschaft & Politik), Success Stories, Interviews, Seminarkalender usw.

Ich bin Mitglied in zahlreichen Communities. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal eine derart professionell geführte und gehaltvolle Austauschplattform im Netz gefunden habe! Und deshalb empfehle ich femity meinen Klientinnen und JobBlog-Leserinnen gerne weiter!

Blind vor lauter Machtbesoffenheit

Unglaublich, was für ein Affentheater seit Wochen in Deutschland abläuft!

  • Kanzler Schröder leidet nach der Wahl vom 18. September unter massivstem Realitätsverlust: „Niemand ausser mir ist in der Lage, eine stabile Regierung zu bilden.“
  • Möchtegern-Kanzlerin Merkel versucht hinter den Kulissen, Ihr Machgefüge zu stabilisieren; gleichzeitig verschwinden „Top-Scorer“ wie Steuererklärung-auf-einem-Bierdeckel-Kirchhoff wieder in der Versenkung.
  • Fischer („innen grün, aussen Minister“) kümmert’s einen alten Hut, zieht sich staatsmännisch zurück und ehelicht zum 873. Mal eine Lebensabschnittspartnerin
  • Der smarte SPD-Chef Müntefering bringt seinen Protégé nicht als Generalsekretär durch, spielt die beleidigte Leberwurst und schmeisst den Bettel hin
  • äääh-Stoiber-äääh hat jetzt auch keine Lust mehr und will doch lieber Bayerischer Landesvater bleiben (weil ihm da machtmässig keiner in die Quere kommt).

Verrückt, was Machtbesoffenheit alles anrichten kann!

Zwei, drei Gedanken dazu:

  1. Menschen, die mit Macht und Verantwortung (aber nicht immer mit Verantwortungs-Bewusstsein!) ausgestattet sind, haben Mühe mit dem Loslassen. Klar: wer sich nach dem Motto „Alles oder nichts“ derart blind in einen einzigen Lebensinhalt vergräbt, hat keine Alternativen, wenn’s eines Tages so weit ist.
  2. Dieses Phänomen taucht in der Wirtschaft genau so auf wie in der Politik (und in anderen Bereichen). Auch in den Führungsgremien der Unternehmen trifft man Sesselkleber, Intriganten und Mobber, die alles tun, um den Machtverlust zu verhindern. Nur: dort gibt es verschiedene Kontroll- und Korrekturmechanismen, z.B. den Shareholder oder (als letzte, aber sehr wirkungsvolle) Variante der Markt, der einem uralten Naturgesetz folgt: die Schwachen werden ausgemerzt.
  3. Abschlussfrage: Sorge ich wachsam und ausdauernd dafür, dass ich immer mindestens eine Alternative zur Wahl habe, wenn einmal ein wichtiges Thema in meinem Leben zu Ende sein sollte? (Antwort: Oh, ja!)

Nachtrag:
Während ich diesen Artikel hier schreibe, kommt per RSS-Feed der Hinweis auf einen Artikel zum Thema von Stephan List rein geflogen: Berliner Kasperletheater

Zu den Berufen ohne Zukunft wird sich wohl ein weiterer gesellen: Der des Kabarettisten. Diese Aufgabe wird wohl bald ausschließlich von den Politikern selbst übernommen.

Unternehmergeist ade

In der Schweiz sind die Neugründungen von Unternehmen im ersten Halbjahr leicht zurückgegangen (-2,6 %). Netto ging die Zahl der Firmen innert Jahresfrist um knapp 31 Prozent zurück.

Was mich a) bei diesem KMU-unfreundlichen Habitus der Schweizer Politik- und Verwaltungsszene nicht wundert und b) an meinen offenen Brief an Bundesrat Deiss vom Januar dieses Jahres erinnert.

(via news.ch)

Chancengleichheit zwischen Mann und Frau?

Die Schweiz liegt nur im Mittelfeld!

Dies ergab die Studie Women’s Empowerment: Measuring the Global Gender Gap, die das World Economic Forum (WEF) in 58 Ländern durchgeführt hat.

Anhand der Erkenntnisse des UN Development Fund for Women (UNIFEM), der sich seit 1984 für gleiche Chancen von Männern und Frauen einsetzt, wurden die Bewertungskriterien festgelegt. Fünf Themenbereiche wurden untersucht und ausgewertet:

  • effektive Beteiligung in der Wirtschaft (Economic participation)
  • Chancen in der Wirtschaft (Economic opportunity)
  • Beteiligung in der Politik (Political empowerment)
  • Bildungsgrad und -abschluss (Educational attainment)
  • Gesundheit und Wohlbefinden (Health and well-being)

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