VW-Auspuff

Mich erstaunt’s ja immer wieder, dass es nach wie vor Typen gibt, die glauben, dass sich im Internet mit Nichtstun viel Geld verdienen lässt.

Früher haben die mich geärgert – für mich war ihre Idee gleich zu setzen mit Hohn: „Was? Du verdienst Dein Geld mit richtiger Arbeit? Ts, ts, ts.“ Heute lach‘ ich über sie genau so wie über jene, die sich von der „garantierten Rendite von mindestens 18%“ überzeugen lassen, vorab CHF 8 200.- in die 3-tägige Ausbildung zum „dipl. Anlagespezialisten“ investieren und sich nachher – laut „Betrug“ rufend – in der Kassensturz-Redaktion am Boden wälzen.

Aber zurück zur Geldmaschine Internet … Über 7 Ecken habe ich hier gelesen, wie einer (allen Ernstes) fragt, ob es schlauer sei, vw-auspuff.de oder vwauspuff.de zu registrieren, um die Seite zu parken und so – ohne einen Finger zu krümmen – Geld zu verdienen, weil Besucher über Google & Co. auf seine Seite kommen und auf irgendwelche Werbelinks klicken. Er scheint ein alter Hase zu sein – betriebt bereits das grosse Hunde Forum. (Jetzt aber nicht enttäuscht sein, wenn Du dort nichts darüber lesen kannst, wie Dein Hund mit seinen empfindlichen Ohren am besten das Silvester-Feuerwerk übersteht.) ;-)

Google Inside

Christoph Kujawa hat auf dem Internet-Briefing-Blog ein zwar schon etwas älteres, aber dennoch höchst interessantes Dokument ausgegraben. Darin berichtet der USA-Korrespondent der Wirtschaftswoche, Matthias Hohensee, über Google:

Das System Google verändert die Welt

  • über die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin (natürlich),
  • darüber, dass Vertrauen eine der Geschäftsgrundlagen von Google sei,
  • über die bunt-grell-verspielte Welt auf dem Googleplex,
  • von den wäschekörbeweise eintreffenden Bewerbungen,
  • die Motive eines Microsoft-Top-Shots, zu Google zu wechseln,
  • der Umgang von Google mit der Zensur in China,
  • und die Gefahren des Erfolgs, die auch Google treffen kann,
  • die Google-Vision, das Wissen der Welt für alle zugänglich zu machen,
  • und, und, und …

Auch wenn nicht alles 100%ig stimmen sollte und der Artikel rund 1 1/2 Jahre alt ist: interessant ist’s allemal und macht einen Blick hinter die Kulissen von Google möglich.

aktueller Nachtrag: Ebenso interessant das aktuelle Interview des SonntagsBlick mit Marissa Mayer: Google soll mit der Zeit Ihr bester Freund werden. (Mein bester Freund? Na ja …)

Bloggen: für einen guten Zweck oder aus kommerziellen Motiven?

Die Diskussion, ob es legitim und moralisch vertretbar sei, dass man mit Blogs auch Geld verdienen darf, ist so alt wie Google AdSense & Co. Die einen Bloggen auf AdSense-Teufel-komm-raus, die anderen gründen Boykott-Allianzen gegen Blogs, die mit dem Blog (auch) Geld verdienen und wollen nur noch Blogs dulden, die für einen guten Zweck bloggen.

Stefan Niggemeier, Journalist und BILDBlogger, bringt es auf den Punkt:

Aber ich lasse mir ungern den Glauben nehmen, dass „für den guten Zweck” und „aus einem kommerziellen Interesse” sich nicht ausschließen müssen. Wär doch furchtbar, wenn man seinen Lebensunterhalt nur mit Dingen verdienen könnte, die eigentlich Scheiße sind.

Danke, Stefan!

[Nachtrag: Auch Thilo Baum greift das Thema auf: Tu Gutes und verhungere]