Soft Skills in der Bewerbung?

Im openBC-Forum Bewerbung & Recruting hat Christoph Rogge von der RBS (RD Europe) GmbH, Royal Bank of Scotland, Tipps im Zusammenhang mit einer Bewerbung zusammengetragen: No-Go’s in der Bewerbung.

Da ist eine Liste mit vielen wertvollen Hinweisen entstanden, die naheliegenderweise stark auf den Deutschen Arbeitsmarkt ausgerichtet ist, aber auch in vielen Bereichen für die Schweiz gilt.

Ein Tipp im Beitrag ist aber völliger Nonsens sehe ich (mit bestimmt 3000 durchgearbeiteten Bewerbungsdossiers) doch etwas anders:

Vermeiden Sie
[…]
– „Soft-Skills“ nur beiläufig zu erwähnen

Hand aufs Herz: Glauben Sie allen Ernstes, dass das Waschmittel X noch weisser als alle anderen wäscht? So wie es in der Werbung immer wieder behauptet wird? ;-) Nein? Warum nicht? Genau: weil diese Botschaft schöngefärbt und damit wenig glaubwürdig ist.

Und nicht anders ist es, wenn ein Bewerber seinen Unterlagen eine ellenlange Liste seiner „Soft skills“ beilegt. Es kann ja durchaus sein, dass er tatsächlich „ausgesprochen entscheidungsfreudig, belastbar, durchsetzungs- und umsetzungsfreudig, lösungsorientiert, kritikfähig, flexibel, loyal, ideenreich und kreativ usw.“ ist. Aber über die Persönlichkeitskompetenzen lese ich allenfalls in den Arbeitszeugnissen und gehe dann vor allem im Gespräch darauf ein, damit ich mir ein eigenes „Bild“ machen kann.

Selbst-Lobhudeleien von Bewerbern sind Null-Informationen. Und können deshalb in Bewerbungen getrost weggelassen werden!

12 Antworten auf „Soft Skills in der Bewerbung?“

  1. Soft Skills für sich selbst aufzuschreiben finde ich jedoch ein „must“:
    Mit dem Wissen im Hinterkopf, dass manfrau mindestens 21 Soft Skills seinihr Eigen nennt, stellt manfrau sich doch wesentlich erfolgreicher vor.

  2. Ich habe mich schon lange nicht mehr mit einer Bewerbung beschäftigt und bin deshalb alles andere als Experte. Ich würde die Soft-Skills aber nicht weglassen, vermutlich würde sie der eine oder andere Verantwortliche vermissen. Ellen lange Listen mit „Selbst-Lobhudeleien“ bringen aber vermutlich wirklich nichts, einige prägnante Punkte (etwa 3, evtl. Angepasst auf die Stellenausschreibung) würde ich aber angebracht halten.

  3. Soft-Skills, hmm. Ich denke Sie sind aus beiden Positionen nicht uninteressant. Zum einen ist der Bewerber sich seiner „Stärken und Schwächen“ bewußt. Zweitens muss es sich dann auch daran messen lassen, sprich man hat etwas auf das man sehr gut eingehen kann. Hinzu kommt, wenn man eine neue Position anstrebt, sind vielleicht andere Skills wichtiger, als welche die in den Arbeitszeugnissen drin steht. Weiterhin sehe ich die Schwierigkeit, dass oft in kleinen Unternehmen ein Standard-Schrieb genommen wird, oder er vom Bewerber selbst geschrieben wurde. Daher kann er sich diesen Umweg sparen, zusaätzlich sieht der Bewerber seine eigenen Stärken vielleicht woanders (könnte ja sein, dass er deswegen das andere Unternehmen verlassen hat). Daher finde ich es nicht unbedingt uninteressant. Ist aber vielleicht auch Branchen-Abhänging.

  4. Daher finde ich es nicht unbedingt uninteressant.

    Ich habe nie die Meinung vertreten, Soft skills seien uninteressant – im Gegenteil. Meine These aber ist: im Lebenslauf sind sie bedeutungslos.

  5. In meiner Altersgruppe (bin 54 ) sind die sogenannten softskills zweitrangin wichtig für mich ist die praktische projekterfahrung über die jahre

  6. Richtig aber m.m. nach sind sie nur als Background Info zu sehen.Man kann dadurch gewisse Eindrücke beim ersten Gespräch besser verifizieren.?

  7. Die Softskills (oder in einfachem Deutsch: die persönlichen Eigenschaften) sind nicht nur für den ersten Eindruck entscheidend. Sondern müssen im Arbeitsalltag erst recht passen. Es geht dabei nicht um „gut oder schlecht“ sondern eben um „passt’s oder pass’ts nicht?“.

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