Schwarze Schafe gibt’s auch in Personalabteilungen

Nina Rotach, Human Resources Managerin und Coach, schildert in ALPHA – Der Kadermarkt der Schweiz vom 1.10.2005 anhand erschreckender Beispiele, wie Personalfachleute im Rekrutierungsverfahren nicht immer einen professionellen Eindruck hinterlassen.

Auszug:

Im gleichen Telefongespräch wirft mir der Personalleiter vor, ich hätte zu oft den Arbeitgeber gewechselt (je 5 bis 6 Jahre). «Im Inserat suchen Sie doch jemanden, der flexibel ist», versuche ich zu argumentieren, «Ja, aber in Ihrem Alter …» Alles klar, Flexibilität ab 40 ist ein charakterliches Manko. Meine fotokopierten und sauber in einem Mäppli zusammengestellten Bewerbungsunterlagen […] sehen aus, als wäre eine Büffelherde darüber gerannt. Einige sind mit handschriftlichen Bemerkungen versehen – wenigstens hat man sich mit meiner Dokumentation auseinandergesetzt.

Schwarze Schafe gibt’s überall: bei den Bäckern, bei den Ärzten, beim katholischen „Bodenpersonal“, bei den Lehrern, bei den Malern, ja sogar bei den Management-Coachs ;-) Und auch bei den Personalfachleuten. Ärgerlich, wenn man davon betroffen ist. Schliesslich geht es hier um mehr als eine frisch gestrichene Wand oder ein knuspriges gebackenes Gipfeli!

3 Antworten auf „Schwarze Schafe gibt’s auch in Personalabteilungen“

  1. Ich habe auch schon genug mit Personalrekrutierern erlebt: Uni-Absolventen gesucht, möglichst jung, möglichst zehn Jahre Berufserfahrung, Führungserfahrung und soziales Engagement… Human Resources erzeugen mir auch nach einer erfolgreichen Rekrutierung Ungemach. Sie bestimmen den Headcount, verschlampen CVs, und man wartet monatelang, bis sie einem ein (codiertes) Arbeitszeugnis ausstellen.

  2. In der Tat habe ich viel Beispiele in der Art auch schon von meinen Kandidaten gehört. Als Personalberater sind zu 80% die Personalleiter meine Kunden und leider muss ich sagen, dass nicht alle das gleiche Niveau haben. In der Regel kann man aber schon über die Personalabteilung auf die Geschäftsführung schließen. Eine „gute“ Geschäftsführung prüft in der Regel genau wer in der Personalabteilung sitzt. Andererseits sind die Personaler des öfteren nur der lange Arm der Geschäftsführung quasi Marionetten.

  3. In der Zeit, als ich als Consultant bei einem (damals noch) renommierten Beratungsunternehmen Führungskräfte für Kundenunternehmen rekrurtiert habe, gab’s einige Geschichten mit Personalchefs, bei denen ich mich doch sehr, sehr gewundert habe.

    Das Highlight: Kundin war ein produzierendes Unternehmen mit rund 1000 Mitarbeitenden. Ich habe in dessen Auftrag den Betriebsleiter gesucht. Drei wirklich hervorragend passende Kandidaten habe ich nach Gesprächen bei mir dem Kunden präsentiert. Die einzelnen Gespräche der Kandidaten habe ich natürlich begleitet. Der Personalchef plaudert 15 Minuten über die Firma und die Funktion (merke: wer Informationen will, muss zuhören, nicht reden!) und fragt dann den Kandidaten: „Können Sie sich vorstellen, dass Sie dieser Funktion gewachsen sind?“ *ohschreck* Ich wär beinahe vom Stuhl gefallen! (Den Personaler habe ich im Anschluss unter vier Augen gefragt: „Haben Sie schon jemals einen Kandidaten erlebt, der auf diese Frage mit ’nein‘ geantwortet hat?“. Hat er natürlich nicht!)

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