Saia-Burgess: Goldene Fallschirme fürs Management

Seit mehren Wochen und Monaten toben wilde Übernahmekämpfe um die Murtener Saia-Burgess.

Nun hat die Presse Wind davon bekommen, dass sich Verwaltungsrat und Management die Verträge aufgebessert haben. In der Folge soll sich das Management den Abgang bei einer Übernahme mit 8,3 Millionen Franken versüssen können. Gleichzeitig haben sich VR und Konzernleitung darauf geeinigt, die Kündigungsfrist für das Management von 12 auf 24 Monate zu verlängern.

In einem Interview mit espace.ch nehmen Richard Flury (VR-Präsident), Hans Caspar von der Crone (VR) und Daniel Hirschi (CEO) Stellung (Auszug):

von der Crone: […] den Entscheid in guten Treuen gefällt, ohne dass den beteiligten Verwaltungsräten aus der Vertragsänderung ein Vorteil entstanden wäre. […]

Hirschi: […] Wir haben uns diese Vertragsänderungen lange überlegt und es ging uns nicht im geringsten darum, dass wir uns goldene Fallschirme gönnen. […]

Flury: […] Uns ging es bei der Vertragsveränderung zudem in erster Linie um das Unternehmen: Mit der Veränderung des Vertrags und insbesondere mit der Verlängerung des Kündigungsfrist von 12 auf 24 Monate sichern wir dem Unternehmen eine gewisse Kontinuität zu. […]

Mal ganz unter uns, meine Herren: Sie glauben doch nicht allen Ernstes, dass „man“ Ihnen das abnimmt?

Ich hatte die Hoffnung, dass nach den Abzockerfälle, die in den letzten Jahren ans Tageslicht kamen und die Öffentlichkeit dank der Medien darauf aufmerksam wurde, solche Selbstbedienungs-Geschichten der Vergangenheit angehören. Anscheinend habe ich mich da wirklich getäuscht – blauäugig, wie ich manchmal mit meinem Glauben ans Gute im Menschen sein kann.

7 Antworten auf „Saia-Burgess: Goldene Fallschirme fürs Management“

  1. Ehrlich gesagt, wir würden doch alle dasselbe tun! Oder nicht?

    Von mir selber kann ich sagen: Nein, das würde ich nicht tun. Aber das sagt sich so leicht.

    Ich kenne aber einige Managers in ähnlichen Positionen, von denen ich das mit 99%iger Sicherheit auch sagen kann.

    Ethisches und unternehmerisches Handeln schliessen sich nicht zwingend gegenseitig aus!

  2. …Ich glaube ein wirklich guter Manager würde es auszeichen wenn er sehen würde dass er das schlicht nicht nötig hat, weil er weiss das ihm entweder nicht gekündigt wird oder er würde sowieso mit Handkuss überall genommen werden…

    … wegen dem Fallschirm es ist schon sehr verhältnislos, weil es ja keine Entschädigung für ein Risiko ist dass sie eingegangen sind, es ist ja nicht mal ihr geld da sie investiert haben.

    wirklich ein guter blog, und gut solche inhalte zu bringen, habe mir nämlich genau diese Frage gestellt als ich die Tagesschau sah, weil da war das kein Thema.

  3. Dass hier die Krone der Schöpfung mitmischt, ist wieder mal typisch. Der Typ ist sowas von falsch. Vor seiner Wahl zum Prorektor, als er auf die Unterstützung angewiesen war, gegenüber dem Studierendenrat nett. Nach der Wahl hat er ihn über den Tisch gezogen. Was daran ethisch und richtig sein soll, muss mir erst jemand erklären.

  4. Hallo „anonym“

    Ich verstehe Ihren Kommentar nicht – können Sie den vielleicht noch so ergänzen, dass man auch eine Möglichkeit, Ihre Aussage zu verstehen?

    Zudem möchte ich, dass Sie sich mit Ihrem Namen melden. Anonyme Kommentare haben für mich einen „schalen“ Beigeschmack und tragen mE nicht zur Kommunikation bei. (Sollten Sie sich nicht in den nächsten Tagen mit Ihrem Namen melden, werde ich Ihren Kommentar wieder löschen.)

    Danke!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.