Managers & Blogs

Blogs sind auf dem Vormarsch. Und bei Managern immer beliebter.

Der Nachrichtendienstleister Factiva und die Financial Times Deutschland werten alle 8 Wochen rund 150 deutschsprachige Tageszeitungen, Magazine und Nachrichtenagenturen aus. So entsteht eine Liste der am häufigsten verwendeten Business-Begriffe in der Wirtschaftspresse. Zum ersten Mal ist nun „Blog“ auf Platz 1 dieses Rankings.

Die Top Ten der Business-Terminologie im Dezember:

click!

Nur 2 Tage davor fordert das World Economic Forum (WEF) alle Teilnehmer des diesjährigen Meetings auf, sich am Meeting-Blog zu beteiligen:

The World Economic Forum wants to share the proceedings of the Annual Meeting in Davos with as wide a public as possible. Every participant of the Annual Meeting – ranging from business leaders to political leaders, heads of NGOs, religious leaders, academics and journalists – will be asked to join the Forum blog. And you too will have the chance to participate in the discussion on www.forumblog.org

(via PR Blogger)

7 Antworten auf „Managers & Blogs“

  1. Marcel, alles nur laut gedacht, was ich jetzt schreibe…

    (1) Blogs als PR-Instrument wird es vermehrt geben. Aber die Blogs werden nicht von den Managern geschrieben werden, die haben keine Zeit dazu und gehen auch keine Risiken ein, die lassen schreiben (von der Marketingabteilung, zum Beispiel).

    (2) Das „private“ Bloggen hat – diese Prognose wage ich jetzt – den Zenit durchschritten, die NZZler haben Recht: Modeerscheinung… Knirsch.

    Blogs wie deiner sind doch die Ausnahme. Solche Ausnahmen gibt es sicher einige, aber ein Grossteil der Blogosphere ist doch Müll. Ärger als der Blick, sozusagen.

  2. Das wird höchstwahrscheinlich so sein, was die Top-Manager grosser, globaler Konzerne (wie es die WEF-Teilnehmer sind) betrifft – die schreiben kaum selber. Zum Management gehören aber nicht nur die obersten Führungskräfte; bei den anderen gehe ich davon aus, dass sie zwar auch keine Zeit haben (das gehört sich so ;-) ), dass sie sich aber die Zeit nehmen.

    Die Studie von FTD und Factiva bezieht sich aber nicht aufs Blog-Schreiben, sondern in erster Linie darauf, ob Managers Blogs wahrnehmen. Da bin ich davon überzeugt, dass immer mehr Managers – egal welcher Stufe – Blogs lesen.
    (Danke für die Blumen fürs JobBlog!)

  3. Ist doch völlig egal, welcher Medien das WEF sich bedient – die Sache wird immer die gleiche bleiben. Gegen aussen ein paar nette Worte als Image-Politur, eigentlich aber nur eine knallharte Vertretung der eigenen, wirtschaftlichen und ideologischen Interessen. Alle Jahre wieder.

    Blogs sind halt zurzeit grad „in“ und lassen sich sicher gut für die netten Worte verwenden. Ausserdem kann man damit sehr gut so tun, als sei einen der Kontakt zum Fussvolk wichtig. Und es lässt die verkalkten alten Herren jung und dynamisch erscheinen.

    Wieviel besser ist die Welt geworden, seit es das WEF gibt?

  4. Vom Grunde her ist es doch egal, ob Blogs nun „in“ sind oder nicht. Wenn ein Unternehmen sinnvoll im Netz auftritt, wird es Leser auf seinen Seiten binden. Ein Teil davon werden Kunden sein, ein Teil Mitbewerber, ein Teil Interessierte und ein Teil Blogger. Ob dort so geschrieben und veröffentlicht wird, wie es der Realität entspricht, das sollte wohl jeder Leser kritisch hinterfragen!

  5. @ den Experten:

    Über die Wirkung eines WEFs kann man in der Tat streiten oder zumindest unterschiedlicher Auffassung sein. Dass es sich bei den Teilnehmern nicht nur um „verkalkte Alte“ und nur um Herren handelt, widerlegt die jeweilige Teilnehmerliste.

    Dass die WEF-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer sich für ihre eigenen Interessen einsetzen, finde ich verständlich und legitim. Das tun viele, ganz unabhängig davon, was sie vertreten.

    Zwischen den Zeilen lese ich sowas wie WEF=böse. Die Grundformel „mächtig=böse“ und „nicht-mächtig=gut“ ist mir dann doch etwas allzu einfach und entspricht in dieser Absolutheit nicht meiner Erfahrung – weder auf der einen noch auf der anderen Seite.

  6. Eine unzulässige Vereinfachung ist, wenn man von der Verpackung auf den Inhalt schliesst. Bloss weil das WEF nun ein Blog hat, ändert das am undemokratischen, einseitigen Wesen der Veranstaltung nichts. Es geht beim WEF nicht darum, die Welt zu verbessern, und trotzdem wird gegenüber den Medien jedes Jahr das gleiche Schauspiel mit den öffentlichen Vorträgen aufgeführt. Nun eben auch noch via die Blogosphäre.

  7. Eine unzulässige Vereinfachung ist, wenn man von der Verpackung auf den Inhalt schliesst.

    Das habe nicht! Ich habe leidglich darauf hingewiesen, dass die WEF-Organisation zum Schreiben im WEF-Blog aufruft. Nicht mehr, nicht weniger. Alles klar?

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