Vorwort: Es mag erstaunen, dass ich hier so offen über die schwerste Zeit berichte, die wir in meiner kleinen Familie zu überstehen hatten. Warum ich meine Gedanken und Texte aus dieser Zeit online stelle? Uns ging und geht es nicht darum, Mitleid zu erhalten oder gar Aufmerksamkeit zu bekommen. Vielleicht helfen diese Zeilen anderen zu kämpfen, auch wenn am Anfang der Schock einen daran hindert, an eine Heilung, an das gute Ende glauben zu können. Uns ging es damals nicht anders.


Der vermeintlich kleine Eingriff war der Beginn einer monatelangen, schweren Weges, der uns alle enorm viel Kraft gekostet hat. Aus meinen Notizen ist über die Wochen eine kleine Serie von Blogartikeln entstanden. Für uns selber zum Nachlesen, für viele als kleines Dankeschön für die Unterstützung und für alle, die sich nicht zu fragen trauen, wie es uns geht. Schliesslich auch für all jene, die etwas Ähnliches durchmachen und hier vielleicht etwas Hoffnung und Zuversicht schöpfen können.

Im November 2013 begann für uns eine Zeit in einer Tiefe und Schwere, wie wir sie trotz einiger Todesfälle in der Familie und im Freundeskreis noch nie erlebt haben. Meine Frau P. bekam nach dem Krebsabstrich beim Gynäkologen nicht den üblichen Bescheid: «Es eilt zwar nicht, aber da ist eine Zellveränderung, die wir in den kommenden Monaten in einem kleinen Eingriff entfernen sollten.» Es dauerte nicht lang, und bekamen wir die nächste, diesmal furchtbare Diagnose: «Es ist Krebs!».

Während diesen Wochen und Monaten habe ich meine Gedanken «aus dem Kopf geschrieben». Manchmal nur in Stichworten, manchmal als grössere, nur halbfertige Texte. Im April habe ich damit begonnen, diese Notizen zu vervollständigen und zu lesbaren Texten zusammenzufügen. Das dauerte länger, als ich ursprünglich angenommen habe. Wegen der Zeit, die das Schreiben beansprucht und wegen der Energie und der Tränen, die es gekostet hat, alles noch einmal zu durchleben.

So sind über die Wochen eine Handvoll chronologisch aufgebauter Blogposts entstanden mit einer geschätzten Gesamtlesezeit von gut einer Stunde. Für jene, denen das zu viel ist, gibt es eine Kurzfassung. Für jene, die gern die ausführlichen Texte lesen wollen, habe ich alles in kleine Portionen aufgeteilt:

Wichtig: Man darf hier ohne Hemmungen lesen. Man darf selbstverständlich auch Kommentare dazu schreiben und Fragen stellen. Und man darf den Link hierher gerne weiterleiten. Auch an Freunde und Bekannte, die vielleicht in einer ähnlichen Situation sind und denen diese Zeilen auf ihrem schweren Weg ein wenig helfen könnten.