Innere Kündigung: sind Ihre Mitarbeiter nur noch anwesend?

Die innere Kündigung ist nur schwer zu fassen – sie kommt still und schleichend. Aus diesem Grund wird das Ausmass des Schadens im Unternehmen oft unterschätzt (*). Die Auswirkungen sind fatal:

  • Mitarbeiter lassen ihre Potenziale verkümmern
  • Das Leistungsniveau aller Mitarbeiter sinkt
  • Die Produktivität sinkt, die Personalkosten steigen
  • Der Umsatz bricht ein durch Imageverlust bei den Kunden
  • Engagierte und qualifizierte Mitarbeiter verlassen das Unternehmen
  • Die Rekrutierung engagierter Mitarbeiter wird unmöglich
  • und, und, und …

Die häufigste Ursache für die nachlassende oder sogar ganz verschwundene emotionale Bindung von Mitarbeitenden an die Firma ist in den meisten Fällen das falsche Führungsverhalten eines Vorgesetzten!

Die Diagnose ist schwierig und ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, ist’s meist schon zu spät. Deshalb ist Prävention Trumpf!

Es ist entscheidend, eine Unternehmenskultur zu schaffen, in der offene Gespräche zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern zum Regelfall werden und in denen eine gegenseitig Vertrauensbasis geschaffen wird. Und dadurch ein Klima möglich wird, in dem gute Mitarbeiter sich mit einer hohen emotionalen Bindung für das Unternehmen einsetzen.

Prüfen Sie sich und Ihren Führungsstil selbst und beantworten Sie sich die folgenden Fragen so ehrlich wie möglich:

  • Informieren Sie Ihre Angestellten regelmässig über den Zusammenhang ihrer Arbeit und der Unternehmensstrategie? Erklären Sie Ihre eigene Arbeit und erklären Sie die Verbindung zur Vision des Unternehmens?
  • Kann man Ihnen vertrauen? Sind Sie Ihren Mitarbeitern gegenüber ehrlich und halten Sie Zusagen und Versprechungen ein?
  • Sind Sie offen für Kritik an Ihrer Person und Ihrer Arbeit? Gestehen Sie eigene Fehler ein und wälzen diese nicht auf die Mitarbeiter ab?
  • Schaffen Sie es, bei Fehlern und in Krisen konstruktiv Lehren zu ziehen und so für Lernerfolge zu sorgen?
    Geben Sie offen Feedback, verteilen Sie ehrliches Lob, üben Sie konstruktive Kritik? Haben Sie ein offenes Ohr für Vorschläge und lehnen Ideen nur mit einer nachvollziehbaren Begründung ab?
  • Geben Sie Ihren Angestellten einen Vertrauensvorschuss? Übertragen Sie ihnen wichtige und anspruchsvolle Aufgaben und auch die nötige Verantwortung für ihr eigenes Handeln?
  • Ist Ihren Mitarbeitern wirklich klar, was ihre Aufgabe sind und was Sie von ihnen erwarten? Kontrollieren Sie die Arbeitsresultate zurückhaltend, aber regelmässig?
  • Sind Sie in Ihrer Beurteilung und bei Ihrer Kritik gerecht? Reagieren Sie bei Fehlverhalten ihrer Mitarbeiter konsequent und begründen Sie Ihre Sanktionen?

Ja? Prima! Dann werden Sie es auch langfristig schaffen, qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Und Sie werden erfolgreich sein. Denn das ist eine der entscheidenden Kernkompetenzen einer erfolgreichen Führungskraft!

* Die alljährlich durchgeführte Gallup-Studie weist für das Jahr 2005 alarmierende Zahlen aus: Der Anteil der Arbeitnehmer, die eine hohe emotionale Bindung an ihre berufliche Aufgabe und gegenüber ihrem Arbeitgeber aufweisen, beträgt in der Schweiz lediglich 22%. In Deutschland (13%) und in Österreich (19%) fällt sogar noch tiefer aus!

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