Des Bloggers neue Währung?

„Bloggen macht Freude. Und braucht nur ein wenig Mut.“ Stimmt. Bloggen braucht aber auch viel Zeit, Herzblut und Engagement. Ohne Freude an der Sache und am Austausch mit anderen geht nichts. Wenn nur die fantasielosen Verlinkungsanfragen nicht wären …

Ich betreibe seit Dezember 2004 das JobBlog, habe dort bisher 879 Artikel geschrieben und publiziert, 2244 Kommentare gelesen bzw. geschrieben. Der „Lohn“ für diese Arbeit? Austausch mit anderen (im Durchschnitt zählt die Statistik über 1000 Besucher pro Tag), Erweiterung meines Horizonts und Hunderte von Rückmeldungen, bei denen sich Menschen für Tipps und Denkanstösse bedanken. Das ist toll!

Wo Sonne ist, ist bekanntlich auch Schatten. Und so erhalte ich dank der ausgezeichneten Positionierung bei Google & Co. regelmässig Anfragen, ob ich nicht netterweise auf die tolle Seite des Absenders verlinken würde. Grundtenor: „Davon würde Ihre Leser enorm profitieren!“. Manchmal von Blog-Einsteigern, die ihr Blog schneller bekannt machen wollen – dafür habe ich ein gewisses Verständnis. Gar kein Verständnis aber habe ich bei Anfragen von Firmen, die Web 2.0 offensichtlich nicht verstanden haben (was OK ist) und nach dem Motto „Du darfst einen Link auf unsere tolle Seite setzen und wir machen dann mehr Business“ operieren (was nicht OK ist).

In den meisten Fällen schiebe ich solche Anfragen in den Mail-Papierkorb. Manchmal aber gebe ich den Naiven und frage nach, was denn die Gegenleistung wäre. So habe ich das auch bei der deutschen Stepstone getan:

Auf meine Frage, was denn Stepstone im Gegenzug leisten würde, erhalte ich also diese Antwort:

[…] dass durch die Verlinkung auf Stepstone Ihre Seite einen gesteigerten Mehrwert erhalten würde. Durch die Bekanntheit von StepStone signalisieren sie Ihren Usern, dass Sie mit einer vertrauenswürdigen Firma zusammenarbeiten und gewinnen dadurch mehr Trust.

Der (Blogger-)Lohn für über 5 Jahre Arbeit soll „mehr Trust“ sein? In nobler Geste spendiert von Stepstone? Ernsthaft? Kommt runter vom hohen Ross, Stepstonies – Blogger sind nicht blöd!

Indirekt bekommt Stepstone nun den gewünschten Link doch noch – wenn auch nicht mit der beabsichtigten Wirkung auf Euren „Trust“ ;-)

5 Antworten auf „Des Bloggers neue Währung?“

  1. Die Sorte von Trittbrettfahrern wird es immer geben; die findet man überall und in (fast) allen Gemeinschaften. Unsere Aufgabe ist es bloss, sie daran zu erinnern, dass man durchaus mal etwas geben soll, bevor man nimmt. Man muss nicht zuerst geben, aber es ist besser, wenn man hier bei uns Bestand haben will. Geben und Nehmen ist schlussendlich das selbe. Aber nicht alle verstehen das…

  2. Wenn man bedenkt dass Du und Stepstone in etwa das gleiche machen ists besonders witzig: Linkanfrage bei der Konkurrenz. Prima recherchiert!

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